Staatsanwaltschaft durchsucht Geschäftsräume von Fiat und Iveco

Veröffentlicht am 
22.7.2020
Wohnmobil

Staatsanwaltschaft Frankfurt durchsucht Geschäftsräume von Fiat und Iveco

Im Rahmen ihrer Ermittlungen wegen illegaler Abgasmanipulation gegen den Fiat und Iveco (Wohnmobil Dieselskandal / Fiat Ducato Abgasskandal) haben Ermittler der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main die Geschäftsräume der Unternehmen in Deutschland, Italien und der Schweiz durchsucht. Auch die Büros des Fiat Schwesterkonzerns CNH Industrial waren im Visier der Ermittler. Die Behörden werfen den Unternehmen vor, in Diesel-Fahrzeugen der Marken Fiat, Jeep, Lancia, Alfa Romeo und Iveco illegale Abschalteinrichtungen verbaut zu haben. Diese Abschalteinrichtungen sorgen dafür, dass die Fahrzeuge lediglich auf dem Prüfstand im Labor die gesetzlichen Abgasgrenzwerte einhalten, auf der Straße jedoch ein Vielfaches der gesetzlich zulässigen Menge an Schadstoffen ausstoßen.

Betrug in den USA

Schon im Januar 2017 hat die US-Umweltbehörde illegale Abschalteinrichtungen in Fahrzeugen aus dem Fiat Konzern festgestellt (Jeep Grand Cherokee und Ram 1500) und das Unternehmen zu einer empfindlichen Strafzahlung verpflichtet. Die Zahlung dieser Strafe in Höhe von umgerechnet über 800 Millionen Euro hat Fiat akzeptiert und betroffenen US-Verbrauchern schnell und unkompliziert einen Betrag von zwischen 2.500 und 3.500 Euro gezahlt. Trotzdem streitet der Konzern jegliches Fehlverhalten ab.

Staatsanwaltschaft veröffentlicht Liste betroffener Fahrzeuge

Im Nachgang zu den Durchsuchungen bei Fiat und Iveco, veröffentliche die Staatsanwaltschaft Frankfurt eine Liste der in Verdacht stehenden Motoren. Demnach sind vor allem Fiat Ducato Motoren mit Euro 5 und Euro 6 Norm von den illegalen Manipulationen betroffen, wenn sie zwischen 2014 und 2019 hergestellt, beziehungsweise erstmalig zugelassen wurden. Fahrzeuge mit der Euro 6d und Euro 6d-temp Norm gehören demnach nicht zu den Betroffenen. Auf Grundlage dieser Liste muss man davon ausgehen, dass fast zwei Drittel aller in Deutschland zugelassen Wohnmobile von den Manipulationen betroffen sind.

Weitet sich der Dieselskandal weiter aus?

Die Ermittlungen lassen keinen Zweifel daran, dass der Staatsanwaltschaft sehr konkrete Hinweise für den Vorwurf der Abgasmanipulation und der Täuschung und Schädigung hunderttausender Verbraucher vorliegen. Solche Durchsuchungen müssen zudem richterlich angeordnet werden. Nach Volkswagen und Mercedes droht nun ein weiterer Automobil-Gigant in den Sog des Dieselskandals zu geraten. Profitgier um jeden Preis und eine völlige Gleichgültigkeit gegenüber den eigenen Kunden und der Umwelt scheinen auch hier die Maßstäbe des Handelns gewesen zu sein.

Was können Verbraucher nun tun?

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hat betroffene Verbraucher aufgefordert, sich bei der Polizei zu melden. Bei einer Erhärtung der Vorwürfe ist zu erwarten, dass sich der Konzern mit allen Mitteln gegen die berechtigten Ansprüche getäuschter Verbraucher zur Wehr setzen wird.

ts

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