Online Glücksspiel: die skrupellosen Machenschaften der Casino Betreiber

Veröffentlicht am 
20.10.2021
Online-Casinos

Das Anbieten von Online Glücksspielen wie Poker, Roulette, Blackjack oder Slots war in Deutschland lange illegal. Erst seit dem 01. Juli 2021 können sich Betreiber um eine Lizenz für das Anbieten von Glücksspielen bewerben. Nur Sportwetten und staatliche Lotterien waren in begrenztem Umfang erlaubt. Trotzdem haben sich die meisten Betreiber nicht um dieses Verbot geschert und haben mit ihrem illegalen Angebot über Jahre hinweg Milliarden verdient.

Das Geschäft mit menschlichen Schicksalen

Spieler wissen gut, dass beim Glücksspiel immer nur die Bank gewinnt. Motiviert von vereinzelten Gewinnen und der Hoffnung, den Schaden durch einen weiteren Gewinn gering zu halten, geraten sie aber oft in einen Teufelskreis. Sie beginnen Schulden zu machen, belügen Familie und Freunde, nicht selten gehen dabei ihre sozialen Beziehungen, Ehen und Freundschaften kaputt; sie begehen außerdem oft Straftaten wie Betrug oder Diebstahl, nur um das Spiel fortsetzen zu können. Und sie bemerken oft nicht, dass süchtig sind - und ihr gesamtes Geld und ihre Zukunft zum Fenster rauswerfen. Wegen dieser Gefahren ist Glücksspiel aus gutem Grund streng reguliert. Den Betreibern der Casinos sind diese Schicksale allerdings völlig gleichgültig. Sie selbst verdienen ja kräftig dran.

Briefkastenfirmen mit krimineller Energie

Eine neue Dimension erhält das Angebot der Online-Casinos dadurch, dass das Anbieten von Glücksspielen im Internet illegal war. Der § 4 Abs. 1 des Glücksspielstaatsvertrages lässt hier auch wenig Raum, eine andere Auffassung zu vertreten. Darin hieß es: "Das Veranstalten und Vermitteln öffentlicher Glücksspiele im Internet ist verboten." Unmoralisch zu handeln ist eine Sache, die sich rechtlich nur schwer bewerten und regulieren lässt. Dabei aber auch noch gegen Gesetze zu verstoßen, ist eindeutig das Merkmal organisierter Kriminalität. Und auch das Versteckspiel vor staatlichem Zugriff lässt erahnen, welche Machenschaften hier am Werk sind: bei den Online-Casino Betreibern handelt es sich nämlich in der Regel um Briefkastenfirmen, die versuchen sich in Steuerparadiesen wie Malta oder Gibraltar der Steuerpflicht und staatlichen Regulierung zu entziehen.

Auch ein Staatsversagen

Dass tausende Spieler in Online-Casinos hohe Beträge verloren haben, zeugt allerdings auch von einem massiven Staatsversagen. Denn die Behörden haben das illegale Angebot lange ignoriert oder schlimmstenfalls toleriert. Dies zeugt in erschreckender Weise davon, dass der Staat mit der Strafverfolgung im Internet in weiten Teilen massiv überfordert ist. Das Ergebnis dieses staatlichen Nicht-Handelns war, dass tausende Bürger an den Rand des Ruins getrieben wurden.

Klage als einziger Weg - und als zweite Chance

Mit einem Rechtsanwalt gegen die Betreiber vorzugehen ist die einzige Möglichkeit, die kriminellen Machenschaften der Online-Casino Betreiber wirkungsvoll zu sanktionieren. Was Politik und Strafverfolgungsbehörden nicht vermochten, muss nun die Justiz korrigieren. Die jüngsten Urteile zeigen, dass die Chancen eine Klage zu gewinnen sehr hoch sind. Es wäre wünschenswert, wenn die Spieler in einer erfolgreichen Klage eine zweite Chance sehen. Mit dem wiedergewonnen Geld wären sie mit einem blauen Auge aus der Sache rausgekommen - und sollten im Zweifel professionelle Hilfe in Anspruch nehmen, um das Glücksspiel ein für allemal hinter sich zu lassen.

ts

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