Im Urlaub gespielt? Die Argumente der Anbieter bröckeln

Veröffentlicht am 
March 18, 2026
Online-Casinos

Im Urlaub gespielt? Die Argumente der Anbieter bröckeln

Die Klagen auf Rückforderung von Online Casino und Sportwetten Verlusten waren und sind vor deutschen Gerichten erdrückend erfolgreich. Juristische Herausforderungen gab es kaum – und wenn, dann war die häufigste: Auslandsspielteilnahmen. Eine einzelne Wette im Urlaub konnte bei weniger wohlwollenden Gerichten im schlimmsten Fall die gesamte Rückforderung gefährden. Damit könnte es jetzt endgültig vorbei sein.

Das OLG Stuttgart gibt seine bisherige Rechtsprechung auf

In einem aktuellen Urteil, das wir für unseren Mandanten erstritten haben (Az. 5 U 292/25) – und das nach unserem Kenntnisstand das erste seiner Art in Deutschland ist –, hat das Oberlandesgericht Stuttgart seine bisherige Linie ausdrücklich aufgegeben und klargestellt: Auch Verluste, die während eines Auslandsaufenthalts bei einem illegal betriebenen Online-Casino oder Wettanbieter entstanden sind, können vollständig ersatzfähig sein. Unser Mandant bekam die volle Klageforderung von über 27.000 € zugesprochen. Das Urteil ist noch nichts rechtskräftig, dürfte aber weitere Oberlandesgerichte in seiner Argumentation überzeugen.

Das OLG Stuttgart begründet dies mit dem Schutzzweck des Glücksspielstaatsvertrags: Würde man diesen auf den physischen Ort der Spielteilnahme beschränken, liefe seine präventive Intention bei jeder grenzüberschreitenden Teilnahme leer. Die Spielsuchtgefahr endet nicht an der Grenze. Der entscheidende Verstoß liegt außerdem nicht im einzelnen Spielzug, sondern bereits darin, dass der Anbieter einen deutschen Spieler registriert und ein Spielerkonto eingerichtet hat. Wer dann im Urlaub sein bereits bestehendes Konto nutzt – per App oder im Browser – handelt in einer Situation, die der Anbieter selbst geschaffen hat.

Der EuGH liefert die europarechtliche Grundlage

Kurz zuvor hatte der Europäische Gerichtshof in der Rechtssache C-77/24 („Wunner") vom 15. Januar 2026 eine passende Weiche gestellt. Maßgeblich ist nicht der physische Aufenthaltsort im Zeitpunkt der Spielteilnahme, sondern der Mittelpunkt der Lebensverhältnisse des Spielers. Keine entscheidende Rolle spielen der Sitz der Gesellschaft, der Standort der Server oder das Land, in dem das Spielerkonto geführt wird. Das OLG Stuttgart hat diese Grundsätze nun konsequent auf den Auslandsurlaub übertragen.

Was das für Sie bedeutet

Wenn Sie in der Vergangenheit bei einem illegalen Online-Casino oder Wettanbieter gespielt haben und ein Teil Ihrer Einsätze im Ausland getätigt wurde, stehen die Chancen auf eine vollständige Rückforderung so gut wie nie. Denn auch andere Oberlandesgerichte dürften der Argumentation des OLG Stuttgart und des Wunner-Urteils nun folgen.. Und wer in erster Instanz ausgerechnet wegen Auslandsspielen gescheitert ist, hat in der Berufung jetzt sehr gute Karten.

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