Kanadische Verbraucher entschädigt: Daimler muss 175 Millionen Euro Strafe zahlen

Veröffentlicht am 
12.12.2021
Mercedes

Im Diesel-Skandal ist Daimler wegen illegaler Abgasmanipulationen in Millionen Fahrzeugen erneut mit Ungemach von der anderen Seite des Atlantik konfrontiert. Nachdem Daimler in den USA bereits im September 2020 eine Strafzahlung in Höhe von 1,5 Milliarden Dollar zur Beilegung der Verfahren wegen illegaler Abgasmanipulationen akzeptiert hat, hat sich der Autobauer nun auch mit kanadischen Verbrauchern auf eine Vergleichssumme geeinigt.

Daimler akzeptiert Millionen-Strafe

Die Daimler AG und die nordamerikanischen Mercedes-Benz-Tochtergesellschaften haben sich bereit erklärt, 243 Kanadischen Millionen Dollar (umgerechnet etwa 175 Millionen Euro) zu zahlen, um eine Sammelklage mit den Besitzern von 83.000 Dieselfahrzeugen in Kanada beizulegen. Der Vergleich, der sich auf Mercedes-Benz-Modelle der Jahre 2009 bis 2016 bezieht, sieht vor, dass der Automobilhersteller die betroffenen Fahrzeuge mit kanadischen Emissionsnormen konform macht. Außerdem sind Barzahlungen von bis zu 2.925 Dollar pro Verbraucher vorgesehen. Darüber hinaus sind auch weitere Zahlungen sowie eine Rückkaufoption unter bestimmten Umständen möglich. Die Kläger haben vorgetragen, dass einige Mercedes BlueTEC-Dieselfahrzeuge nicht den kanadischen Abgasvorschriften entsprechen und bei Temperaturen unter 10 Grad Celsius wesentlich höhere Mengen giftiger Abgase ausstoßen (Thermofenster). Weitere Details sind bislang nicht bekannt. Der Vergleich muss noch vom Ontario Superior Court of Justice genehmigt werden. Eine Anhörung ist für den 9. Februar 2022 angesetzt.

PR flankiert Vergleich

In einer Stellungnahme erklärte Daimler, dass "das Unternehmen die wesentlichen Tatsachenbehauptungen und geltend gemachten rechtlichen Ansprüche der Kläger sowie der Mitglieder der Sammelklage" bestreitet. Damit bleibt Daimler seiner Kommunikationslinie weiter treu. Diese sieht vor, die Anerkennung jeglicher Schuld zu leugnen - und unvermeidbare Strafen dennoch zu akzeptieren. Mit der gleichen Strategie hat Daimler bereits den Vergleich in den USA und die Strafzahlung der Staatsanwaltschaft Stuttgart flankiert. Entbehrten die gegen Daimler erhobenen Vorwürfe aller Schlüssigkeit, würde Daimler keine noch so exorbitanten Anwaltskosten scheuen, um sich dagegen zu verteidigen.

Europäer wie Verbraucher zweiter Klasse behandelt - Politik sekundiert

Während US-amerikanische und kanadische Verbraucher schnell und unkompliziert und ohne langwierige Gerichtsverfahren entschädigt werden, verteidigt sich Daimler mit größter Vehemenz gegen die Ansprüche europäischer und deutscher Verbraucher. Mit Rückendeckung einer lediglich Wirtschaftsinteressen gegenüber verpflichteten Politik scheut sich Daimler jegliche Verantwortung für die illegalen Abgasmanipulationen zu übernehmen und Verbraucher zu entschädigen. Für Verbraucher in Deutschland ist die Individualklage deshalb der einzige Weg, um zu ihrem Recht und Schadensersatz zu gelangen.

ts

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